Clarissa Frfr. v. Reinhardt
Am Anger 36
83233
Bernau
Tel: 08051/ 961 710
Fax: 08051/961 71 17
(mit freundlicher Genehmigung von C. Reinhardt)
Hilfe für den Hund am Sylvestertag oder:
Ist die Menschheit verrückt
geworden?!
Alle Jahre wieder.. kommt
leider nicht nur das Christkind, sondern pünktlich eine Woche später auch die
große Knallerei. Weihnachten gilt als stilles und besinnliches Fest, an dem es
gar nicht ruhig genug sein kann, selbst unser altes deutsches Liedgut preist die Stille Nacht, heilige Nacht.. , aber nur sieben Tage später scheint die
Menschheit regelmäßig verrückt zu werden. Es kann gar nicht laut und grell genug
werden ganz gleich, einen wie hohen Preis wir dafür zahlen.
Ebenfalls fragt sich alle Jahre
wieder der gesunde Menschenverstand, wie es sein kann, dass angesichts
(ver)hungernder Menschen und Tiere, einer kriselnden Weltwirtschaft und
scheinbar nicht lösbarer Umweltprobleme, die uns irgendwann alle miteinander mit
einem ganz großen Knall ins Jenseits befördern könnten, überhaupt ein Mensch so
verrückt sein kann, Geld für Raketen, Böller und Tischfeuerwerk auszugeben?! Ja
wissen die Leut` denn wirklich nichts besseres damit anzufangen? Für die ganz
Ideenlosen wüsste ich da ein paar Umwelt- und Tierschutzorganisationen, die um
jeden Cent dankbar wären. Auch das Frauenhaus, die Welt-hungerhilfe und Aktion
Mensch hätten sicher einen besseren Verwendungszweck für die Milliarden, die da
alljährlich in die Luft gepulvert werden.
Und nun möge mir bloß keiner mit
der Tradition kommen! Ach, so vieles wird unter dem Deckmäntelchen der Tradition
fortgeführt, so vieles, das man lieber bleiben lassen sollte: Der Stierkampf,
die Treibjagd, Pferderennen oder auch die Unterdrückung der Frau, die nach wie
vor in vielen Ländern dieser Erde zur guten (?) alten Tradition gehört. Na ja,
manchmal ist die Tradition halt auch mehr alt als gut und gehört einfach
abgeschafft. Es lohnt, darüber nachzudenken.
Als Tierhalterin habe ich mir die
Knallerei schon als Jugendliche abgewöhnt. Zu sehr taten mir die Hunde (und
Katzen!) leid, wenn sie sich zitternd unter der Eckbank verkrochen und tagelang
nicht mehr aus dem Haus trauten. Ich dachte an die Wildtiere, die ebenfalls
voller Angst und Schrecken flüchten und Schutz suchen vor einer nicht
benennbaren und nicht verstehbaren Gefahr.
In meiner Hundeschule mehren sich
jetzt wieder die Anrufe der Verzweifelten, die fragen, ob ich Tipps hätte, wie
man mit dem geliebten Vierbeiner die Jahreswende halbwegs schadlos übersteht.
Immer wieder stellt man mir die Frage, ob ich mich da auskenne. Oh ja, da kenne
ich mich sogar sehr gut aus, denn drei meiner sieben Hunde haben schreckliche
Angst und zwei fürchten sich zumindest etwas. Mit den folgenden, jahrelang im
Ernstfall erprobten Tipps kommen wir ganz gut über die Runden:
Die einfachste Lösung zuerst:
Hauen Sie mit Ihrem Hund einfach für ein paar Tage ab. Buchen Sie eine einsame
Berghütte irgendwo im Nirgendwo. Das müssen Sie allerdings rechtzeitig tun, denn
einsame Berghütten gibt`s bei weitem nicht so viele wie genervte Hundehalter,
die diese zur Jahreswende händeringend suchen. Reisen Sie schon ein paar Tage
vor Sylvester ab und bleiben Sie auch etwas länger, denn wie wir alle wissen,
beginnt die Knallerei schon Tage vor dem ganz großen Spektakel und zieht sich
auch noch bis zum zweiten oder dritten Januar hin.
Wenn diese Lösung nicht möglich
ist, wäre mein wichtigster Tipp, dass Sie Ihrem Hund so viel Ruhe wie möglich
vermitteln und durch Idolfunktion vorleben, dass Ihnen der ganze Rummel gar
nichts ausmacht. Für mich ist dies zugegeben der schwierigste Part, denn
tatsächlich könnte ich jedem, der da draußen rumknallt, ebenfalls eine knallen
kleine Kinder, die noch nicht wissen, was sie tun,
ausgenommen.
Durch die Stimmungsübertragung
beeinflussen wir unsere Hunde ganz enorm, je gelassener Sie also sind, desto
eher kann Ihr Hund sich zumindest etwas beruhigen. Aber erwarten Sie bitte
nicht, dass Ihr Hund keine Angst mehr hat, nur weil Sie keine haben, denn ganz
so einfach läuft es nicht. Es ist etwa wie bei einem bevorstehendem Besuch beim
Zahnarzt, der Ihnen große Angst macht: Ein Partner, der Ihnen Mut zuspricht und
Gelassenheit ausstrahlt, hilft zumindest etwas einer der glaubt, man brauche
doch keine Angst haben, weil er/ sie ja schließlich auch keine Angst hat, hilft
überhaupt nicht, sondern nervt einfach nur.
Tipp Nummer zwei steht in direktem
Zusammenhang mit Tipp Nummer eins: Haben Sie Zeit für Ihren Hund, stehen Sie ihm
durch Anwesenheit zur Verfügung und ermöglichen Sie ihm das Kontaktliegen, wenn
er es wünscht. Hierbei müssen Sie aber sehr präzise arbeiten, damit es nicht zu
einer so genannten unbewussten Bestätigung kommt. Keinesfalls heißt dies
nämlich, dass Sie Ihren Hund auf den Arm nehmen, herumtragen oder auf den Schoß
setzen sollen, während Sie ihn streicheln und in endlosen Litaneien bedauern,
denn dieses Verhalten würde die Angst Ihres Hundes nur verstärken. Allerdings
sollten Sie andererseits auch keinesfalls wie von manchen Trainern empfohlen
Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat. Dieser Tipp, der die oben genannte unbewusste Bestätigung verhindern soll, ist weit über das Ziel hinaus
geschossen, denn wenn Sie Ihren Hund ignorieren, wenn er Angst hat, was
vermitteln Sie ihm dann?! Dass Ihnen seine Angst vollständig egal ist und er
sich an jemand anderen wenden muss, wenn er Unterstützung und Schutz braucht und das ist für eine gute Bindung und ein angestrebtes Vertrauensverhältnis
zwischen Hund und Halter das reinste Gift! Deshalb haben wir seit Jahren ein
Ritual eingeführt, das bestens funktioniert:
Unser Wohnzimmer wird zu einer
Liegelandschaft umgebaut. Zugegeben, bei nur einem Hund oder zweien ist das
nicht nötig, es reicht ein bequemes Sofa, aber wir haben ja sieben... Einer von
uns hält sich die meiste Zeit über auf der ?Liegewiese? auf, meistens lesen wir
oder telefonieren mit Freunden. Die Hunde kommen ganz von selbst und suchen den
Körperkontakt, wenn die Knallerei losgeht. Sie legen sich mit hin, dürfen sich
ankuscheln und unsere Nähe spüren. Einem von ihnen hilft es besonders, wenn wir
ihn mit einer Decke so zudecken, dass nur noch sein Kopf rausschaut er fühlt
sich so eingehöhlt sicherer. Wenn die, die besonders große Angst haben, anfangen
zu hecheln oder uns anzupföteln, reagieren wir darauf nur geringfügig und sagen
einfach nur kurz Ist schon o.k. oder ähnliches und strahlen weiterhin heitere
Gelassenheit aus. Um diese Stimmung zu erzeugen, helfen übrigens Bücher des
Dalai Lama ausgesprochen gut! J
Zusätzlich läuft bei uns der
Fernseher in einer Lautstärke, die gut erträglich ist, aber doch den Lärm von
draußen zumindest teilweise abmildert. Diese Geräuschkulisse kann die Knallerei
natürlich nicht übertönen, dann würden uns und besonders unseren Hunden, deren
Gehör viel feiner ist ja die Ohren weh tun. Aber sie verhindert eine allzu
starke Fokussierung auf die Knallgeräusche. Der besondere Tipp: Auf 3 SAT laufen
jedes Jahr ab 11.00 Uhr vormittags bis weit nach Mitternacht Mitschnitte von
tollen Live-Konzerten der vergangenen Jahre. Echte Sahnestücke der
Musikgeschichte, von Phil Collins über U2, Michael Jackson, Pink oder Tina
Turner, es ist für so ziemlich jeden Musikgeschmack etwas dabei.
Sehr hilfreich ist auch eine CD,
die es als Beigabe zu dem Buch
Mit den Ohren eines Hundes (sehr zu empfehlen!)
gibt. Die auf ihr zu hörende Musik wurde nach jahrelangen Forschungen auf dem
Gebiet der Psycho-Akustik arrangiert und ist speziell auf das akustische
Wahrnehmungsvermögen von Hunden
abgestimmt. Sie wirkt beruhigend und wird bereits erfolgreich in Tierheimen,
Hundepensionen und Tierkliniken eingesetzt.
Sobald es am Nachmittag auch nur
ansatzweise dämmrig wird, machen wir überall im Haus das Licht an, um die von
draußen kommenden Lichtreflexe zu mildern. Sollten Sie Gardinen oder Rollos
haben, sollten Sie diese schließen. Manchmal hört man den Tipp, mit dem Hund am
besten in den Keller zu gehen, im Idealfall in einen Keller ohne Fenster. Dies
ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn Sie das nicht ausschließlich zu Sylvester
tun sonst kann es schnell passieren, dass der Hund bereits das Herunter-gehen
in den Keller fürchtet, weil es für ihn in direktem gedanklichen Zusammenhang
mit der Knallerei steht. Sollten Sie aber eine Art eingerichteten Hobbyraum
haben, den Sie regelmäßig nutzen, kann es tatsächlich hilfreich sein, Sylvester
dort unten zu verbringen, bis gegen 2.00 oder 3.00 Uhr nachts zumindest die
schlimmste Knallerei vorbei ist.
Die Gassi-Runden reduzieren wir
auf kurze Gänge in der Nähe des Hauses, damit die ängstlichen Hunde das Gefühl
haben, jederzeit auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause zu können. Ist die
Fluchtburg in kürzester Zeit erreichbar, fühlt sich so mancher Hund zumindest
etwas besser. Wenn Sie einen Garten haben, können Sie das Rausgehen auch auf
diesen beschränken. Wir gehen am 31. Dezember immer eine ganz lange Runde sehr
früh am Morgen, so gegen 6.00 Uhr da ist es noch weitgehend ruhig. Danach
bleiben wir mit den ängstlichen Hunden auf unserem Grundstück.
Wenn Sie einen Hund haben, der in
Panikattacken verfällt, wenn er es selbst in größerer Entfernung knallen
hört, dann führen Sie ihn an den Tagen rund um Sylvester mit doppelter
Leinensicherung und bleiben Sie in der Nähe Ihres Hauses oder Ihres offen
stehenden (!) Autos, denn für diese Hunde ist das Erreichen der Fluchtburg
eine Frage des Überlebens.
Von der häufig empfohlenen Gabe
von Medikamenten möchte ich dringend abraten! Zunächst einmal ist wichtig zu
wissen, dass jedes Psychopharmaka eine so genannte Umschlagwirkung zeigen kann.
Das bedeutet in diesem Fall, dass der Hund nicht beruhigt, sondern ganz im
Gegenteil, jetzt erst richtig hoch gefahren wird. Der Kreislauf wird aktiviert,
der Puls rast wie verrückt, der Hund kommt nicht mehr zur Ruhe und der so
gestresste Organismus nimmt die Außenreize durch die Adrenalinausschüttung noch
stärker wahr. Vor ein paar Jahren wurde ich am Sylvesterabend von einer völlig
verzweifelten Hundehalterin angerufen, bei deren Eurasierer-Rüden genau das
passiert war. Der Hund drehte völlig durch, speichelte, raste fieberhaft nach
Unterschlupf suchend durch das Haus und war kaum noch ansprechbar. Die
Tierärztin, die das Mittel verschrieben hatte, empfahl am Telefon, den Hund in
die Praxis zu bringen, was vollkommen ausgeschlossen war für die Halterin, weil
er sich nicht einmal mehr anfassen ließ, ohne deutlich drohend zu fletschen was er übrigens sonst nie tat! Als ich nach halbstündiger Fahrt dort ankam, war
der Hund bereits so durchgedreht, dass ich einen Kreislaufkollaps befürchtete.
Uns blieb also nichts anderes übrig, als uns auf den Hund zu stürzen, ihn halb
im Würgegriff ins Auto zu zerren und in die Klinik meines Vertrauens zu
bringen. Dort wurde er in Narkose gelegt, um ihn erst einmal ruhig zu stellen.
Dann wurde er an den Tropf gehängt, um die Wirkstoffe in seinem Körper möglichst
schnell auszuschwemmen. Es dauerte mehr als 14 Tage, ehe dieser Hund sich
halbwegs erholt hatte und sein Frauchen und mich wieder vertrauensvoll an sich
heran ließ. Er war damals fünf Jahre alt und ich kannte ihn seit seiner
Welpenzeit. Er hatte uneingeschränktes Vertrauen zu mir und seiner Halterin bis
zu diesem Abend gehabt...
In einem anderen Jahr rief mich am
05. Januar eine Dame an, deren Hund sich seit Sylvester völlig verändert hatte.
Er zitterte, sobald er nur angesprochen wurde und reagierte extrem auf jegliche
Außenreize, die mit Geräuschen oder Licht zu tun hatten. Er flüchtete zum
Beispiel in Panik unter den Küchentisch, als vor dem Haus die Straßenlaterne
anging. Beim Beratungsgespräch stellte sich dann heraus, dass auch dieser Hund
auf Anraten eines befragten Tierarztes Medikamente verschrieben bekommen hatte.
Er wählte ein Mittel aus, dass hauptsächlich auf der Basis eines Muskelrelaxans
wirkte, das Bewusstsein aber kaum beeinflusste. Im Klartext bedeutete dies, dass
dieser arme Hund, der schon immer große Angst vor Sylvester hatte, alles um sich
herum mitbekam, aber unfähig war, sich zu bewegen. Gefangen im eigenen Körper
konnte er weder hecheln, noch herumlaufen oder sich verkriechen, so wie er es
sonst immer getan hatte. Die Folgen waren fatal dieser Hund erlitt ein Trauma,
von dem er sich nie mehr richtig erholte. Er hatte für den Rest seines
Lebens Probleme und die Halterin verfluchtete den Tag, an dem er das Beruhigungsmittel bekommen hatte.
Ich könnte noch einige solcher
Beispiele nennen, die ich im Laufe der Jahre miterlebt habe. Es waren weit mehr
als nur diese beiden und aus diesem Grund würde ich die Gabe von Medikamenten
nicht empfehlen. Ich kenne keinen einzigen Hund, der sich nicht über kurz oder
lang wieder erholt hätte nach der Knallerei aber einige, die durch
Medikamentengabe traumatisiert wurden. Selbstverständlich gibt es auch Hunde,
die die Medikamentengabe gut vertragen nur weiß man vorher nicht, ob es so
sein wird und mir ist das Risiko für die mir anvertrauten Tiere definitiv zu
groß, falls es nicht so sein sollte.
Hingegen macht eine Kollegin von
mir recht gute Erfahrungen mit der Gabe von Bach-Blüten. Suchen Sie sich einen
seriösen Therapeuten, der eine individuelle Mischung für Ihren Hund
zusammenstellt. Die im Handel erhältlichen, fertigen Mischung möchte ich Ihnen
nicht empfehlen, da sie der eigentlichen Lehre Bach`s und seinem Verständnis
über die Wirkung der Blütenmittel nicht entsprechen. Eine Umschlagwirkung ist
hier nicht bekannt, es soll aber nicht verschwiegen werden, dass es in seltenen
Fällen zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen kann, ähnlich wie wir
sie aus der Homöopathie kennen. Sollte diese gerade an Sylvester auftreten, wäre
das natürlich fatal. Deshalb ist eine vorherige Gabe zum Ausprobieren empfohlen.
Einigen Hunden hilft auch der
D.A.P.-Stecker recht gut, der im Fachhandel erhältlich ist. D.A.P. ist die
Abkürzung für Dog Appeasing Pheromone. Diese Pheromone sind Duftstoffe, die eine
Mutterhündin während der Laktationsphase zwischen der Milchleiste absondert und
die beruhigend auf die Welpen wirken. Man fand heraus, dass diese Wirkung auch
noch bei erwachsenen Hunden eintritt und schließlich gelang es, diese Pheromone
zu synthetisieren. Steckt man nun diesen Stecker in die Steckdose, wird der
Geruch der Pheromone ausgeströmt. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Sie dem
Hund die Gelegenheit geben, den Raum zu verlassen, wenn er das wünscht, denn
nicht alle Hunde mögen diesen Geruch und nicht auf alle wirkt er beruhigend!
Beobachten Sie Ihren Hund, ob er sich freiwillig in die Nähe des Steckers begibt
und tatsächlich ruhiger wird oder ob ihm dieser Geruch völlig egal zu sein
scheint oder er sogar den Raum verlässt. Auch hier ist es sinnvoll, nicht erst
am Sylvesterabend auszuprobieren, welche Reaktionen Ihr Hund zeigt, fangen Sie
ruhig schon ein bis zwei Wochen vorher damit an. Auf gar keinen Fall sollten Sie
die ebenfalls erhältlichen D.A.P.-Halsbänder verwenden, denn einmal angelegt
kann der Hund sich eben nicht mehr frei entscheiden, ob er den Geruch sucht oder
meidet, sondern ist ihm ausgeliefert. Interessant ist, dass der Hersteller
anfangs, als es nur die Stecker gab, selbst ausdrücklich darauf hinwies, wie
wichtig es ist, dem Hund die Möglichkeit zum Ausweichen zu geben. Trotzdem hat
er dann die Halsbänder und auch noch ein Spray auf den Markt gebracht. Man macht
sich so seine Gedanken, was hinter diesem Sinneswandel steckt...
Für viele Menschen ist übrigens
unklar, warum Hunde gerade vor Sylvester so große Angst haben. Manchmal sogar
solche, die zum Beispiel keine Probleme mit Schüssen oder Gewitter haben. Der
Grund liegt wahrscheinlich darin, dass durch die Knallerei gleich mehrere Sinne
deutlich überstrapaziert werden: Der Gehörsinn durch den Lärm, der Gesichtssinn
(die Augen) durch die ungewohnten und in großer Anzahl auftretenden Lichtreflexe
und der Geruchssinn durch den Gestank, den die Böller verursachen und der
ebenfalls ungewohnt ist für den Hund.
Abschließend wünsche ich Ihnen und
Ihrem Hund (oder Ihren Hunden) eine möglichst ereignislose Sylvesternacht und
hoffe, dass die hier zusammengefassten Tipps helfen, mit möglichst viel Ruhe und
Frieden ins neue Jahr zu kommen!
Clarissa v. Reinhardt
Presse-Mitteilung 01.11.2009
Wenn Hunde und Katzen sich ständig kratzen
Nicht
immer sind Flöhe im Spiel, wenn sich unsere Vierbeiner unentwegt
kratzen. Es kann sich auch um einen Befall mit Herbstgrasmilben
handeln. Die Herbstgrasmilbe gehört zu den Spinnentieren, sie ist
weltweit verbreitet und findet sich häufig auf Wiesen und in Gärten.
Jetzt im Herbst schlüpfen die Larven der Milbe und lauern bevorzugt auf
Grashalmen auf ihre Opfer. Die erkennen sie am Geruch, Hunde und Katze
gehören ebenso dazu wie Menschen. Die Larven lassen sich von den
Grashalmen abstreifen und suchen dann ein geschütztes Plätzchen, wo sie
mit ihren Mundwerkzeugen die Haut anbohren. Dabei sondern sie ein
Sekret ab, das die unteren Hautschichten auflöst. Diese Mischung dient
ihnen dann als Nahrung. Herbstgrasmilben saugen zwar kein Blut wie
Flöhe oder Zecken, die Folgen für das Opfer sind aber vergleichbar: Das
Immunsystem reagiert auf den Speichel der Parasiten mit stark juckenden
Quaddeln. Gerade sehr junge Milben sind mit bloßem Auge kaum zu
erkennen, sie sind gerade mal 0,3 Millimeter groß. Um festzustellen, ob
Hunde oder Katzen befallen sind, legt man neben ihren Schlafplatz ein
großes Stück weißes Papier. Das lockt die Tiere an und verrät ihre
Anwesenheit. Zur Behandlung befallener Tiere sollte das Fell zunächst
sorgfältig ausgebürstet und die Haut anschließend mit einem geeigneten
chemischen Mittel aus der Apotheke oder vom Tierarzt eingerieben
werden. "Obwohl in vielen Online-Foren dafür geworben wird: Neemöl
– das Öl des Neembaums – hilft nur gegen die Eier der Herbstgrasmilben,
und die liegen im Gras", erklärt Dr. Rolf Wilcken, Leiter der Abteilung Kleintiere der Tierklinik Hochmoor im münsterländischen Gescher. "Bereits geschlüpften Tieren und solchen, die im Fell sitzen, kann es nichts anhaben."
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TASSO-Newsletter 31.10.2009
Tierschutzpreis für alternative Forschung vergeben
Forschung
ist unbestritten wichtig, heute und auch in Zukunft. Tierversuche
werden dabei allerdings zunehmend von sinnvollen Ersatzmethoden
abgelöst. Wenn diese Arbeit dann auch noch gewürdigt wird, ist das für
Tierschützer ein Zeichen in die richtige Richtung. So ist der
Wissenschaftlerin Dr. Johanna Schanz am 26.10.2009 von der
Bundesregierung der mit 15.000 Euro dotierte Forschungspreis für ihre
Arbeit am Frauenhofer-Institut in Stuttgart überreicht worden. Dr.
Schanz entwickelte ein künstliches Lebermodell, mit dem sich die
Verträglichkeit von Medikamenten und Kosmetika testen lässt. "Die
Forschung mit alternativen Methoden muss in Zukunft noch viel mehr an
Bedeutung gewinnen, da sich immer wieder herausstellt, dass sich
Tierversuche nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen lassen,
wie man seit Contergan weiß", fordert Philip McCreight von TASSO. "Tierversuche sind deshalb nicht nur aus Tierschutzgründen abzulehnen." so McCreight weiter.
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TASSO-Newsletter 17.10.2009
EU-Tierversuchs-Richtlinie 86/609 –
Neue Hoffnung für Millionen von Versuchstieren
Sie
ist kaum bekannt, hat aber enorme Konsequenzen für Millionen von
Versuchstieren: die EU Tierversuchs-Richtlinie 86/609. Sie setzt
Mindeststandards für Tierversuche in Europa. Damit entscheidet sie über
Leben und Tod von Millionen von Versuchstieren. Die Richtlinie ist über
20 Jahre alt und bedarf demzufolge dringend der Überarbeitung. Im
November 2008 legte die EU-Kommission deshalb den Entwurf für eine
Novellierung vor. Leider stimmte das EU-Parlament im Mai 2009 nicht im
Sinne der Versuchstiere ab. So sollen Tierversuche ohne Rücksicht auf
Schmerzen und Leiden der Tiere auch weiterhin möglich sein. In den
EU-Gremien laufen jetzt die Beratungen über den Entwurf der
Tierversuchs-Richtlinie. Voraussichtlich Ende November 2009 wird der
Ministerrat abstimmen. Auch das EU-Parlament wird sich zum Entwurf
äußern.
Hier
können Sie Ihre Stimme für die Tiere an die EU-Parlamentarier abgeben.
Eine einmalige Chance, auf politischer Ebene eine Änderung für die
Tiere herbeizuführen. Seien Sie dabei.
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TASSO-Newsletter 27.09.2009
Das Leben mit einem Haustier steckt voller Überraschungen -
Tipps bei Rechtsstreitigkeiten
Wer
ein Haustier hat, kennt die eine oder andere unangenehme
Streitsituationen: Der eigene Hund hat einen Mitmenschen angesprungen,
einen Artgenossen gebissen, den Briefträger verbellt; die Katze
stromert in Nachbars Garten, der Vermieter droht das Mietverhältnis bei
Tierhaltung zu kündigen.
Seit
1. September 2009 unterstützt die Rechtsanwältin Ann-Kathrin Fries -
spezialisiert auf Tierrecht - das TASSO-Team und berät Tierhalter zu
allen rechtlichen Fragen rund um das Haustier. Besuchen Sie uns auf www.tasso.net und schauen Sie unter dem Menüpunkt "Service/Tier und Recht", was andere Tierhalter bewegt oder fragen Sie dort Frau Fries.
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TASSO-Newsletter 10.09.2009
TASSO-Tipp: So erkennen Sie artgerechtes Tierfutter
Wie
ernähre ich meinen Hund oder meine Katze möglichst gesund? Welches
Futter ist artgerecht? Sollte man eher Trocken- oder Nassfutter
bevorzugen? Das Thema ist so vielfältig und facettenreich, dass sich
jeder seine eigene Meinung bilden und ausprobieren muss, was dem
Vierbeiner bekommt und was nicht. DIE
richtige Ernährung gibt es nicht. Aber mit möglichst naturbelassenem,
sprich artgerechtem Futter wird man dem Ziel in der Regel recht nah
kommen. Barfen oder Rohfütterung, was der Natur am nächsten käme, ist
meist nicht ganz einfach und bedarf einiger Erfahrung in der
Zusammenstellung der richtigen Bestandteile im optimalen Verhältnis.
Wer sein Tier gut ernähren will und dabei ungern mit rohem Fleisch
umgeht, sollte bei der Dose auf die vom Hersteller empfohlene
Fütterungsempfehlung achten. Diese sagt als einziges Indiz indirekt
aus, wie wertvoll der Inhalt ist. Als Beispiel: Ist die
Fütterungsempfehlung für einen 24 Kilo schweren Hund bei einem
beliebigen Hersteller A mit 400 Gramm pro Tag angegeben, und bei einem
anderen Hersteller B zum Beispiel mit der doppelten Menge, liegt das
daran, dass der Gesetzgeber in Deutschland eine Mindestmenge an
Vitaminen, Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen im
Tierfutter vorschreibt. Je nach Qualität des Futters muss man als
Tierhalter eventuell doppelt so viel füttern, um seinem Tier die
notwendigen Nahrungsbestandteile in ausreichender Menge zuzuführen. Ein
Vergleich lohnt also. Und oft wird das teurere Futter durch die
geringere Fütterungsempfehlung im Endeffekt günstiger sein.
REICO, der neue Tierschutzpartner von TASSO setzt seit Jahren auf gesundes Tierfutter. Dazu der Geschäftsführer Konrad Reiber:
"Würde sich ein Hund oder eine Katze in der Natur ernähren müssen, so
würde der Fleischanteil in der Nahrung bei bis zu 70 Prozent liegen.
Diese Natur steckt mit dem hohen Fleischanteil von 70 Prozent in jeder
REICO-Dose." Wenn Sie mehr zu artgerechter Tiernahrung erfahren wollen, klicken Sie hier oder lassen Sie sich unverbindlich von REICO Vital beraten. TASSO e.V.
Frankfurter Str. 20 - 65795 Hattersheim - Germany
Telefon: +49 (0)6190 93 73 00 - Telefax: +49 (0)6190 93 74 00
TASSO-Newsletter 06.09.2009
Bilanz einer Ölpest - 40 Kilometer Küste kontaminiert
Langesund
(Norwegen) - Die Schäden, die der vor einem Monat havarierte Frachter
"MV Full City" anrichtete sind gravierend. Norwegens malerische
Südküste ist auf über 40 Kilometern Länge mit Schweröl kontaminiert und
Tausende Seevögel fanden den Tod. Auch noch einen Monat nach der
Havarie ist die Küste stark verschmutzt und die Reinigungsarbeiten
dauern an. Schätzungen zufolge werden sich die Kosten für den gesamten
Katastropheneinsatz auf ca. 60 Millionen Euro belaufen. Die norwegische
Küstenwacht bestätigte, dass über 700.000 Liter Schweröl ausgelaufen
sind. Neben den starken Verschmutzungen wurden auch unzählige Seevögel
durch das Öl getötet. Ortsansässige Ornithologen zählten knapp 40
betroffene Vogelarten. Ein Team der deutschen Meeresschutzorganisation
Project Blue Sea ist vor Ort und hat mit Unterstützung der norwegischen
Regierung und heimischen Naturschutzverbänden eine Rettungsstation für
lebend aufgefundene, verölte Seevögel errichtet. Dort werden betroffene
Tiere veterinärmedizinisch betreut, aufgepäppelt, gereinigt und
letztendlich in speziellen Frischwasserpools auf ihre Widerauswilderung
vorbereitet.
Die bekannte Fernsehjournalistin und Tierliebhaberin Diana Eichhorn äußerte sich betroffen zu dem Unglück: "Es
stimmt mich mehr als traurig, Fotos der ölverschmierten Tiere und der
geschundenen Natur anzusehen. Deprimierend und unbegreiflich finde ich
zudem, dass auch der Einsatz altersschwacher Tank- und Frachtschiffe,
die jederzeit verunglücken können, noch immer billigend in Kauf
genommen wird. Wir können den ehrenamtlichen "Rettern" von Project Blue
Sea gar nicht genug danken! Ohne Sie wären solche Katastrophen noch
katastrophaler."
TASSO e.V.
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TASSO-Newsletter 04.09.2009
Seit
1.09.2009 hat TASSO eine neue Internetpräsenz. Vor allem die
Suchmeldungen vermisster Tiere sind um viele wichtige Funktionen
erweitert worden und erleichtern somit die Suche in einem bestimmten
Umkreis oder nach Tierart, Verlustdatum oder Rasse.
Änderungsmitteilungen, Bestellungen von Informationsmaterial oder
Plaketten, Nachrichten an TASSO, Downloads von Dokumenten: Alle
Services stehen Ihnen ab sofort online zur Verfügung. Mit unseren News
und aktuellen Pressemeldungen sind Sie im Bereich des Tierschutzes
immer bestens informiert. Die Unterstützung in rechtlichen Situationen
mit Ihrem Tier im Alltag ist ebenfalls ein neuer Online-Service von
TASSO für unsere Leser. Lesen Sie die schönsten
Rückvermittlungsgeschichten auf unserer Seite, schreiben Sie uns, was
Sie als ehrenamtlicher Mitarbeiter für TASSO erlebt haben. Nutzen Sie
unsere Fundtierdatei zur Abfrage, registrieren Sie einfach und bequem
online. Besuchen Sie uns auf www.tasso.net
TASSO e.V.
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Telefon: +49 (0)6190 93 73 00 - Telefax: +49 (0)6190 93 74 00
Presse-Mitteilung 27.08.2009
Giftpflanzen im Garten: Gefahr für Hunde und Katzen
Wenn
Hunde oder Katzen aus scheinbar unerklärlichem Grund plötzlich
erbrechen und unter Durchfall leiden, können Giftpflanzen im Spiel
sein. Darauf weist die Tierschutzorganisation TASSO e.V. hin.
Viele
der hübsch blühenden Zierkräuter finden sich in heimischen Gärten, wo
sie ohne Bedenken angepflanzt wurden. So ist beispielsweise die sehr
beliebte Begonie gefährlich, der höchste Giftgehalt steckt bei ihr in
den Wurzeln, die grabende Hunde zwischen die Kiefer bekommen können.
Nicht weniger giftig ist der fast überall wuchernde Efeu. Werden
Blätter, Beeren, Fruchtfleisch, Stängel oder Pflanzensaft von den
Tieren aufgenommen, lösen sie neben Erbrechen und Durchfall auch
Krämpfe und Lähmungen aus. Selbst die so harmlos aussehende Gartentulpe
hat es buchstäblich in sich und kann bei Tieren Koliken auslösen.
Sehr
giftig sind der Blaue Eisenhut (die giftigste Pflanze Mitteleuropas,
das Gift dringt allein durch Berührung in die Haut ein), die
Engelstrompete und die Rinde der falschen Akazie. Diese Pflanzen
schädigen das Herz-/Kreislaufsystem, eine tierärztliche Behandlung ist
dringend erforderlich. „Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass Hunde oder Katzen von sich aus keine Pflanzen fressen“, rät Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale. „Schon
beim Spielen im Garten beißen sie manchmal aus lauter Übermut in eine
Pflanze oder graben im Komposthaufen herum. Gelangen dabei giftige
Gewächse in Maul oder Magen, muss sofort gehandelt werden. Mit
Vergiftungen ist nicht zu Spaßen.“
TASSO e.V.
Frankfurter Str. 20 ●? 65795 Hattersheim ●? Germany
Telefon: +49 (0) 6190.937300 ●? Telefax: +49 (0) 6190.937400
TASSO-Newsletter 27.08.2009
Das schmutzige Geschäft mit der Ware Hund
Das
Angebot an jungen Hunden jeder Rasse, Farbe und Größe zu Dumpingpreisen
aus unseren Nachbarländern übersteigt die Nachfrage bei weitem und
wächst fast monatlich. Dabei kommen die halb verhungerten,
ausgemergelten, durch ganz Europa gekarrten und viel zu früh von der
Mutter getrennten Tiere nicht mehr nur aus Osteuropa, wie man früher
dachte. Belgien und die Niederlande sind jüngst der Umschlagplatz
Nummer 1, weil es so viel seriöser klingt. Deutschland ist leider das
Hauptabnehmerland für diesen tierschutzwidrigen Handel. Die
Massenproduktion der Welpen – überwiegend in Osteuropa – unter
schlimmsten Bedingungen, ohne Licht und zusammengepfercht auf engstem
Raum kostet in den „Erzeugerländern” nur zirka 30,- Euro pro Tier. In
den Abnehmerländern werden die Tiere dann „günstig” für einige hundert
Euro angeboten, was meist immer noch weniger als die Hälfte des
marktüblichen Preises ist. Die Tiere sind oft nicht geimpft und
entwurmt und werden deswegen oft schon mit tödlichen Krankheiten
verkauft. Darüber hinaus sind Welpen, die nicht wenigstens 8 Wochen bei
ihrer Mutter waren, kaum sozialisiert. Schwere Verhaltensstörungen wie
Dauerkläffen, Angstbeißen und Aggressionen sind nur einige der Probleme
mit denen sich die neuen Hundebesitzer dann konfrontiert sehen - wenn
das Tier die ersten Monate überhaupt überlebt.
TASSO-Tipp:
Kaufen Sie keine Hunde im Internet, auf Parkplätzen, auf Märkten oder
durch Kleinanzeigen, wenn Sie nicht von der Seriosität der Anbieter
überzeugt sind. Der grausame Hundehandel kann nur dann wirkungsvoll
gestoppt werden, wenn die unseriösen Händler keine Nachfrage mehr
finden. Das heißt, wenn Tierfreunde nur noch zum Züchter oder Tierheim
gehen. Alle anderen Wege unterstützen die Massenproduktion Hund
ungewollt.
TASSO e.V.
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Presse-Mitteilung 24.08.2009
Immer mehr Tiere werden ausgesetzt
TASSO
und Tierheimleiter gehen davon aus, dass viele Hunde und Katzen als
„Spielzeug“ angeschafft wurden und jetzt in der Ferienzeit lästig sind
Für
Bernhard Scholz, Vorsitzender des Tierheims im baden-württembergischen
Kehl, hat die plötzliche Schwemme an ausgesetzten Hunden, Katzen und
Kleintieren einen ganz bestimmten Grund: Es sind Tiere, die für Kinder
sozusagen als lebendiges Spielzeug angeschafft wurden und die jetzt in
der Ferienzeit lästig geworden sind. „Seit Beginn der Schulferien
haben wir zehn Hunde und 35 Katzen und Kleintiere aufgenommen, alle
sind hier in der Nähe einfach angebunden oder im Karton abgestellt
worden“, sagt Scholz und plädiert für mehr Aufklärung an Schulen: „Oft
sind es die Kinder, die ihre Eltern drängen ‚Mama, ich möchte einen
Hund‘ und denen es nicht bewusst ist, was das für eine Verantwortung
mit sich bringt.“ Schüler ab
zwölf Jahren sollen nach den Vorstellungen des Tierheim-Vorstands
lernen, welche Aufgaben vor allem nach der Anschaffung eines Hundes auf
sie zukommen. „Motivierten Schülern bieten wir beispielsweise an, Hunde spazieren zu führen, und das mehrmals täglich.“
Philip McCreight von der Tierschutzorganisation TASSO kann den Aussagen Kohls nur beipflichten: „Auch
unsere Erfahrung zeigt, dass noch immer viele Tiere wie ein
x-beliebiges Spielzeug gekauft werden. Irgendwann ist dann der Hund,
die Katze oder das Meerschweinchen lästig, und dieser Zeitpunkt liegt
häufig in den Sommermonaten, wenn es ab in den Urlaub geht.“
Statt sich um eine Pflegestelle für das Tier zu kümmern, werde es
ausgesetzt in der Hoffnung, dass sich schon jemand findet, der es
versorgt.
Laut
McCreight sollten Eltern vor der – durchaus lobenswerten und sinnvollen
– Anschaffung eines Haustiers mit den Kindern über die damit verbunden
Aufgaben sprechen: „Wer füttert und hält Körbchen, Käfig oder Box in Ordnung? Wer sorgt bei einem Hund für den notwendigen täglichen Auslauf?“
Nicht zu vergessen seien auch die laufen Kosten, die beispielsweise in
einem Hundeleben durchaus die 10.000-Euro-Marke überschreiten könnten. „Ein
Tier ist kein Spielzeug, das man nach Lust und Laune benutzen und dann
in die Ecke stellen kann. Ein Tier braucht Zuwendung und Pflege, und
das erfordert ein großes Verantwortungsbewusstsein, sowohl bei Kindern
als auch bei den Eltern.“
TASSO e.V.
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TASSO-Newsletter 22.08.2009
Kleiner Einsatz – große Wirkung
Ohne
unser Team, modernste Technik und unsere 24-Stunden-Notrufzentrale
könnte TASSO nicht ein einziges Tier zurückvermitteln. Die
Kommunikation mit unseren Mitgliedern, Tierärzten und Tierheimen ist
dabei die Basis unseres Erfolges.
Doch
diese Kommunikation kostet Geld. Allein 1,5 Tonnen Papier benötigt
TASSO Jahr für Jahr für die Kommunikation mit allen Mitgliedern. Dazu
kommen Druckkosten und Porto, die für die Tierhalter kostenlosen
Plaketten und Suchplakate, Telefonkosten und und und....
Was
würden Sie davon halten, wenn Sie z.B. unsere zweimal im Jahr
erscheinende Informationszeitschrift DER TIERNOTRUF in Zukunft in der
gleichen Aufmachung, aber per E-Mail erhalten würden? Sie könnten TASSO
- und damit dem Tierschutz - mit dieser modernen Form der Kommunikation
enorm helfen, Geld zu sparen. Wenn nur zehn Prozent unserer Leser
diesen elektronischen Service in Anspruch nehmen würden und sämtliche
Kommunikation per E-Mail laufen würde, könnten wir doppelt so viele
Tierheime in ihrer Arbeit unterstützen und neue, dringend notwendige
Tierschutzprojekte im In- und Ausland realisieren.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
TASSO e.V.
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TASSO-Newsletter 15.08.2009
Brasovs Hunde sterben weiter -
Sie können etwas dagegen tun!
Eindrucksvoll
haben der Bund gegen Missbrauch der Tiere bmt, der ETN und TASSO
bewiesen, dass man gemeinsam stärker ist und durchaus etwas im
Tierschutz erreichen kann. Innerhalb von nur wenigen Monaten konnten
über 5.000 Unterschriften gesammelt werden, um den Bürgermeister von
Brasov/Rumänien zum Umdenken seiner brutalen Vorgehensweise gegenüber
den unzähligen Straßenhunden seiner Stadt zu zwingen. Mit dem
sensationellen Effekt, dass die Einfangaktionen außerhalb der Stadt
erst einmal gestoppt wurden.
Dennoch
ging das Einfangen der Tiere in Brasov weiter. Deswegen brauchen die
dortigen Funktionäre permanent den Druck aus dem Ausland, denn das
Töten der Hunde geht im Hintergrund trotz gegenteiliger Versprechungen
weiter.
Der
Bürgermeister von Brasov hat es jetzt in der Hand, die schöne, bei
Touristen beliebte Stadt zu einer Tötungshochburg Europas zu machen
oder zu einer Modellstadt für einen humanen Umgang mit seinen Hunden.
Die nächste Forderung der Tierschützer lautet: Das Töten muss gestoppt werden! Bitte fordern Sie daher gemeinsam mit uns:
1. Sofortiger Stopp des unkontrollierten Einfangens von Hunden.
2. Sofortiger Stopp der Einschläferung aller Hunde! Überstellung aller zur Zeit vorhandenen Hunde in der Tötung in das Tierheim.
3. Sofortige Schließung der Tötungsanlage in Brasov Stupini nach Übernahme aller Hunde durch den Tierschutz.
4.
Beschluss und Finanzierung eines Planes zur Registrierung, Impfung und
Kastration aller Hunde - Streunerhunde und Besitzerhunde.
5. Umschulung der Mitarbeiter der Stadtverwaltung auf tierschutzgerechte Einsätze.
6. Keine Fang- und Entsorgungsaktionen von Hunden in anderen Städten durch die Stadtverwaltung Brasov.
Jetzt
ist es wichtig, dem Bürgermeister von Brasov direkt zu zeigen, dass
Tierschützer nicht klein beigeben. Deswegen bitten wir Sie, George
Scripcaru Ihren Protest direkt zukommen zu lassen. Je mehr Briefe,
E-Mails und Faxe er aus allen Teilen von Deutschland erhält, um so eher
sieht er, dass die Aktion nicht nur von einigen Organisationen gewollt
ist, sondern, dass jeder einzelne Tierfreund dahinter steht.
Auf der Auslandstierschutzseite des bmt www.bmt-auslandstierschutz.de
finden Sie die Kontaktdaten und einen Musterbrief, den Sie aber auch
gerne abändern können. Danke Für Ihre zahlreiche Unterstützung.
TASSO e.V.
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TASSO-Newsletter 13.08.2009
TASSO Film-Tipp: HACHIKO
Die außergewöhnliche Geschichte einer
Mensch-Hunde-Beziehung
In
Deutschland (noch) unbekannt, in Japan ein Nationalheld – das ist
HACHIKO, ein Akita Inu, der in den 20er Jahren durch seine
bedingungslose Liebe zu seinem Herrchen in ganz Japan berühmt wurde und
als Sinnbild für Treue steht. Denn selbst nach dem frühen Tod seines
Herrchens hat die treue Seele HACHI diesen noch über 9 Jahre lang Tag
für Tag am Shibuya-Bahnhof in Tokio erwartet. Genau so, wie er ihn zu
dessen Lebzeiten auch täglich nach der Arbeit vom Bahnhof abgeholt hat.
Im August 1948 wurde am Bahnhof zum Gedenken eine eiserne
HACHIKO-Statue errichtet, die von den Japanern zutiefst verehrt wird.
„Hachi“ bedeutet „acht“ und ist in Japan die Zahl für Unendlichkeit.
Auf den Hund HACHI übertragen: die unendliche Treue zu seinem Menschen.
Deswegen feierte ganz Japan am 8. August 2009 HACHIKO-Tag! HACHIKOs zu
Herzen gehende Geschichte, die man so schnell nicht mehr vergessen
wird, wurde jetzt mit Richard Gere in der Hauptrolle verfilmt und
startet am 3. Dezember 2009 in den deutschen Kinos. TASSO hat den Film
in der Originalfassung gesehen und meint: HACHIKO zeigt auf subtile
und poetische Weise, wie einzigartig die Beziehung eines Hundes zum
Menschen sein kann. Wie sich ein Hund ganz schnell in unsere Herzen
graben kann, dass seine Liebe ohne Wenn und Aber ist und ewig dauert.
Unbedingt sehenswert! Taschentücher nicht vergessen.
TASSO e.V.
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Presse-Mitteilung 11.08.2009
TASSO verleiht „GOLDENE PFOTE 2009“ für herausragende Tierschutzprojekte
Preis ist mit 5000 Euro dotiert – Gefördert werden Initiativen im In- und Ausland
Die
Tierschutzorganisation TASSO e.V. verleiht zum zweiten Mal die „GOLDENE
PFOTE“ für herausragende Projekte im Bereich Tierschutz. Um den mit
5000 Euro dotierten Preis können sich sowohl Privatpersonen als auch
Tierschutzvereine, Tierheime, Zoos, Tierärzte und -heilpraktiker sowie
andere Tierschützer bewerben. In den Kategorien „Auslandstierschutz“
und „Tierschutz in Deutschland“ werden Initiativen bewertet, die Tieren
in Not helfen, Tierleid vermeiden oder präventiv zu einer verbesserten
Lebenssituation von Tieren beitragen. Bedingung für die Preisvergabe
ist die unmittelbare Verwendung der Prämie für das eingereichte Projekt.
Philip McCreight, Leiter der TASSO-Zentrale in Hattersheim: „Wir
stellen immer wieder fest, dass ambitionierte Tierschutzprojekte an der
nötigen finanziellen Unterstützung scheitern. Mit der ‚GOLDENEN PFOTE‘
wollen wir nicht nur das Engagement belohnen, sondern auch einen Teil
zur wirtschaftlichen Realisierung beitragen.“
Die Teilnahmeunterlagen können ab sofort unter der E-Mail-Adresse award@tasso.net oder über die Homepage www.tasso.net
angefordert werden. Dort finden sich auch Informationen über Projekte
und Preisträger aus dem vergangenen Jahr. Einsendeschluss für die
Projektvorschläge ist der 31. Oktober 2009. Die Verleihung der
„GOLDENEN PFOTE“ findet im Rahmen einer Feierstunde Ende des Jahres
statt. TASSO e.V.
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TASSO-Newsletter 09.08.2009
Unbezahlte Tierarztrechnung kann zu Lasten des Tieres gehen
Bringt
man sein Auto in die Werkstatt und kann die Rechnung nicht begleichen,
so ist jedem klar, dass die Werkstatt das Auto erst nach Zahlung
herausgeben darf und von ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch macht.
Gilt also in Bezug auf eine nicht bezahlte Tierarztrechnung das
Gleiche? Grundsätzlich gilt, wer einen Vertrag abschließt und schon zu
diesem Zeitpunkt weiß oder leichtfertig in Kauf nimmt die Rechnung
nicht bezahlen zu können, wird nicht nur vertragsbrüchig sondern macht
sich zudem auch nach dem Strafgesetzbuch (StGB) wegen Betruges strafbar.
Mit
der Frage nach einem Zurückbehaltungsrecht eines Tierarztes hatte sich
das Amtsgericht Duisburg (Az. 77 C 1709/08) im Juli 2008 zu
beschäftigen, da ein Tierarzt den behandelten vierjährigen
Labradorrüden erst nach Zahlung der Tierarztkosten an den Halter
zurückgeben wollte. Der Halter wandte sich in einem Eilverfahren an das
Gericht und bekam Recht. Das Gericht entschied, dass dem Tierarzt kein
Zurückbehaltungsrecht zustehe, da sich aus § 1 des Tierschutzgesetzes
ergibt, dass Tiere als Mitgeschöpfe und nicht wie leblose Sachen zu
behandeln sind. Es sei anerkannt, dass Hunde auf ihre Halter fixiert
seien und es nicht vorhersehbar sei ob der Hund durch die Trennung des
Halters seelische Schäden davontrage. Ein Zurückbehaltungsrecht wegen
des Honoraranspruches aus einem Tierbehandlungsvertrag bestehe daher
nicht.
So
positiv dieses Urteil für die Hundehalter auch sein mag, so sollte man
nicht leichtfertig auf dieses Urteil vertrauen und beim nächsten
Tierarztbesuch die Rechnung nicht bezahlen, da es auch gegenteilige
Urteile gibt, die sehr wohl ein Zurückbehaltungsrecht des Tierarztes
annehmen. So gab z.B. das Landgericht Mainz im Jahre 2002 (Az. 6 S
4/02). Der Tierklinik Recht und der klagende Züchter konnte seinen
Zuchtrüden erst nach vollständiger Begleichung der Kosten abholen. Da
in diesem konkreten Fall keine Notsituation für den Hund vorlag,
entschied das Gericht gegen den Züchter, da er zunächst über die Kosten
aufgeklärt worden war und danach unterschrieben hatte, dass das fällige
tierärztliche Honorar beim Abholen entrichtet werden müsse.
Sollte
man in die Lage kommen, die Rechnung nicht begleichen können, empfiehlt
sich vor der Behandlung ein Gespräch mit dem Tierarzt zum Beispiel
bezüglich einer Ratenzahlung. So vermeidet man nicht nur unnötigen
Streit und Gerichtskosten, sondern auch ein mögliches Strafverfahren,
ganz zu schweigen von der Situation des Tieres, das im schlimmsten Fall
bis zur Entscheidung des Gerichts in der Praxis warten muss.
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TASSO-Newsletter 06.08.2009
Mundgeruch bei Hunden und Katzen ernst nehmen
Mundgeruch
bei Hunden und Katzen ist nicht nur unangenehm, sondern oft auch ein
Symptom von Zahn- und Zahnfleischerkrankungen. Unbehandelt können
daraus ernsthafte Organ-Erkrankungen entstehen. Das zu Beginn oftmals
nur ästhetische Problem des schlechten Geruchs sollte also unbedingt
ernst genommen werden. Nach Schätzungen leiden bis zu 85 Prozent aller
Hunde und Katzen in Deutschland an Zahnbelag, Zahnstein und
Maulschleimhautentzündungen.
Am
Anfang dieser Entwicklung stehen Futterreste in der Mundhöhle. Diese
lassen Bakterienrasen wachsen, die Plaque genannt werden. Plaque ist
für den übelriechenden Geruch verantwortlich und führt in der Folge -
unerkannt oder unbehandelt - zu Zahnstein und Zahnfleischentzündung. Da
das Zahnfleisch aus einem dichten Netz von feinen Blutgefäßen besteht,
können die Bakterien aus solchen Entzündungsherden in der Mundhöhle
über die Blutbahnen in andere Organe verschleppt werden und diese
schwer schädigen.
Der
Entstehung von Plaque kann vor allem durch eine artgerechte,
kohlenhydratarme Ernährung vorgebeugt werden. Als effektivste
mechanische Maßnahme zur Entfernung der Bakterienrasen gilt die Pflege
mit Zahnbürste und Zahnpasta – aber nicht jeder Vierbeiner findet diese
Prozedur angenehm. Dann kann die Neubildung von Bakterien auch auf
andere Weise vermindert werden: Durch ein medizinisches Mundwasser, das
einfach täglich dem Trinkwasser beigefügt wird. Die enthaltenen
Wirkstoffe Chlorhexidin und Xylitol wirken antiseptisch und reduzieren
die Vermehrung der geruchsbildenden Bakterien. Das erste Produkt dieser
Art ist nun unter dem Namen VetAquadent (von Virbac Tierarzneimittel)
bei jedem Tierarzt erhältlich. Eine regelmäßige Kontrolle der Zähne
beim Tierarzt ist natürlich trotzdem immer erforderlich.
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TASSO-Newsletter 04.08.2009
Bundesweite Aktionsgemeinschaft für Katzenkastration
Nur
durch Kastration lässt sich das Leid der unzähligen Straßenkatzen
dauerhaft in den Griff bekommen. Deswegen hat der Verein Straßenkatzen
Rhein-Erftkreis jetzt zu einer gemeinsamen bundesweiten Aktion aller
Tierheime und Tierschutzorganisation aufgerufen und fordert eine
gesetzlich verankerte Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen. Frau
Karin Stautzebach, Initiatorin des Projektes dazu: „Inzwischen hat
unsere Aufklärungsarbeit Früchte getragen. Unter anderem setzt sich
auch das BÜNDNIS 90 DIE GRÜNEN Fraktion Bergheim nachdrücklich für die
Lösung des Problems mit der Vermehrung wildlebender Katzen ein.“
Bitte tragen Sie mit Ihrer Unterschrift dazu bei, dass Kastration von Katzen zu einer Selbstverständlichkeit wird. Unter www.katzen-erftkreis.de/seiten/aktionsliste können Sie Ihrer Meinung Ausdruck verleihen. Für Fragen steht Ihnen auch gerne Frau Stautzebach zur Verfügung. TASSO e.V.
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